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"Luther und die Musik"

Noch etwas mehr als zwei Wochen, dann ist das Ziel erreicht: Am Reformationstag 2017 jährt sich die Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen gegen den Ablass zum 500. Mal. Und weil der Thesenanschlag Luthers ein wichtiges Ereignis in der Entstehungszeit der evangelischen Kirche war, wird bis heute am 31. Oktober an die Reformation erinnert. Und nun eben zum 500. Mal. Ein ziemlich rundes Jubiläum.

Der ein oder andere ist inzwischen etwas erschöpft von all dem Jubiläumsrummel: Die zahlreichen Konzerte, Ausstellungen, Vorträge, Gottesdienste und Großveranstaltungen sind nicht zu überblicken. Dazu Luthermarmelade, Lutherbonbons und Luther als Playmobilfigur – man könnte meinen, das Thema sei so langsam ausgereizt.

Nur, welches Thema eigentlich? Geht es bloß um eine historische Person? Um gesellschaftliche Veränderungen im späten Mittelalter? Nein, es geht um mehr. Das, was Martin Luther damals umgetrieben hat, war die befreiende Erkenntnis, dass Gottes Liebe in Jesus Christus Gestalt bekommen hat. Und weil er wollte, dass auch andere zu dieser Erkenntnis kommen, sah er die Kirche ganz neu in der Pflicht, die Botschaft des Evangeliums zu verkündigen.

Eine Möglichkeit, die er als Mittel der Verkündigung für sich entdeckte, war die Musik. In einer Zeit, in der viele Menschen noch nicht lesen und schreiben konnten, musste die Botschaft von Jesus Christus vor allem mündlich weitergegeben werden – und dazu waren Lieder am besten geeignet, denn mit der Melodie und dem dazu gehörigen Rhythmus fiel es leichter, sich die Texte zu merken.

Luther dichtete über 40 Lieder selbst und verfasste teilweise auch die Melodien dazu. Dabei war es ihm wichtig, einfache Melodien zu verwenden, eben nach der Musikgewohnheit der damaligen Zeit. Lieder wie „Ein feste Burg ist unser Gott“ oder „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ halfen mit, die Botschaft der Reformation zu verbreiten und in den Herzen der Menschen zu verankern. Diese Lieder wurden nicht nur in der Kirche, sondern in den Häusern und auf der Straße gesungen.

Aber es ging Luther nicht nur um die Texte, sondern auch um die Musik an sich: In hohen Tönen schwärmte er davon, dass abgesehen von der christlichen Botschaft vor allem die Musik in der Lage sei, dem Menschen „ein fröhliches und ruhiges Herz“ zu schenken. Und so ist es sicher angemessen, dass das Reformationsjubiläum im Herbst 2017 an vielen Orten musikalisch begangen wird. Und bestimmt ist die Musik auch ein geeignetes Mittel gegen akute Jubiläumsmüdigkeit.

Ingolf Stromberger, Pfarrer in Groißeicholzheim-Rittersbach

 

 

 

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