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Evangelischer Kirchenbezirk Mosbach
 
 

April 2010: Wir warteten täglich auf die Geburt unseres zweiten Kindes, als ich schließlich eines Nachts um 5.00 Uhr mit heftigen Bauchkrämpfen aufwachte. Doch ich beschloss, erst noch einmal abzuwarten, viel zu früh wollte ich nämlich nicht im Krankenhaus sein. Mein Mann war da etwas weniger skeptisch und überzeugte mich, nachdem ich minütlich von Schmerzen geschüttelt wurde, doch zu fahren. Um 5.40 Uhr saßen wir im Auto und fuhren los. Bevor wir auf die Schnellstraße nach Mosbach bogen, mussten wir an dem Stoppschild anhalten und bremsen, da passierte es: Die Fruchtblase platzte und ich merkte, der Kopf kommt. Meinem Mann erzählte ich davon erst einmal nichts, da ich befürchtete, er könnte sich aufregen und wäre vielleicht etwas abgelenkt. Aus einem unerklärlichen Grund hob sich meine Stimmung auf der Fahrt aber gewaltig: denn die Schmerzen hielten sich noch in Grenzen und ich dachte: wenn der Kopf kommt, prima dann ist er da – wenn der Kopf nicht kommt, prima dann ist er noch drin. Die Straßen waren zum Glück noch völlig leer. Im Nachhinein habe ich mir überlegt, wären wir eine Stunde später los gefahren, wären wir wahrscheinlich in einen kleinen Stau geraten. Wären wir eine Stunde früher losgefahren, wäre die einzige diensthabende Hebamme noch mit einer anderen Geburt beschäftigt gewesen. Sehr erstaunlich war auch, dass alle Ampeln in Mosbach auf grün geschaltet waren. Wir erreichten das Krankenhaus um 5.54 Uhr. Aus dem Auto auszusteigen, war mir leider nicht mehr möglich. Aber genau in diesem Augenblick lief die Hebamme, die mich auch in den letzten Tagen betreut hatte, an unserem Auto vorbei. Ein Blick von ihr auf mich genügte um innerhalb von einer Minute zwei starke Männer und eine Bahre zu organisieren. Ich wurde darauf gehoben, in den Fahrstuhl geschoben und die Hebamme sagte nebenbei: „Mit der nächsten Wehe wird wahrscheinlich das Kind kommen.“ Der Fahrstuhl fuhr nach oben, die Wehe kam, Und ich hörte: „Der Kopf ist schon da.“ Wir fuhren weiter, erreichten den noch dunklen Kreissaal, als es hieß: „Gratulation, ihre Tochter ist geboren.“ (6.03 Uhr). Die folgenden zwei Stunden gehören zu den schönsten meines ganzen Lebens. Ich lag im Kreissaal, hatte mein Kind im Arm, die Sonne ging auf und ich hatte einen wunderbaren Blick über Mosbach.
Marlene HoffmannEs war alles wie ein Wunder – und so haben wir dann auch unsere kleine Tochter genannt: „Mira“. Bei diesem Ereignis, habe ich ganz besonders deutlich Gottes Gegenwart und seine Bewahrung gespürt, jede Sekunde.

Marlene Hoffmann
Pfarrerin in Haßmersheim, Hochhausen, Neckarmühlbach

Tageslosung

Der HERR, der gütig ist, wolle gnädig sein allen, die ihr Herz darauf richten, Gott zu suchen.
2.Chronik 30,18.19

 

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